Eine vitale Gemeinde sollte eine gut gestaltete Ortsmitte haben, in der Menschen wohnen und Gewerbe zu Hause ist. Lebendige Ortskerne wirken dann als Orte der Begegnung zwischen den verschiedenen Nutzergruppen und Generationen. Bereits 1993 schreibt Franz Artner im Band Positionen – Beiträge zur modernen Architektur im Burgenland: „Eine – als Einzelobjekt betrachtet – hochwertige Architektur darf keinen Störfaktor im Ensemble darstellen. Gute Architektur zeichnet sich nicht durch Aufdringlichkeit aus, sondern durch Klarheit, Einfachheit und Zweckmäßigkeit.“ Ich denke, dass sich dieser Ansatz sehr gut auf die Gestaltung von Grün- und Freiräumen im Burgenland übertragen lässt. Auch Roland Rainer beschrieb die transparente Klarheit des baulichen und städtebaulichen Konzeptes der alten burgenländischen Dörfer, dem sich alle Einzelheiten einfach, unscheinbar und diszipliniert unterordnen.

Aus unserer Sicht rückt die Bedeutung von Freiräumen in Städten und Dörfern immer mehr ins Bewusstsein einer breiten Öffentlichkeit. Als verbindendes und vermittelndes Element wirken öffentliche Räume als wesentliche Bausteine des Gefüges einer Ortschaft. Der öffentliche Raum erfüllt eine wichtige soziale Funktion als kommunikative Begegnungsstätte innerhalb jeder Gemeinde. Grünräume sind somit nicht nur funktionale Restflächen, sondern bestimmen durch ihre Gestalt die Qualität des öffentlichen Lebensraumes mit und können als Impulsgeber wirken.